Schwestern. Ein Roman in Erzählungen


lieferbar, 244 Seiten, Klappenbroschur


ISBN 978-3-948156-46-6

16,90

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Beschreibung

Oksana Sabuschko
Schwestern

Roman in Erzählungen

Aus dem Ukrainischen von Alexander Kratochvil

 

„Nun, ich bin auch Europäerin. Schlimmer noch, Osteuropäerin, ein Kind der ‚Bloodlands‘, um die Formulierung von Timothy Snyder zu verwenden. Ich denke, das erklärt viel.“ Oksana Sabuschko

Intensive Beziehungen zwischen Schwestern oder Mädchen sind das Leitthema der in „Schwestern“ miteinander verflochtenen Erzählungen. Gleichzeitig zeichnet diese Sammlung persönliche und politische Narrative der Ukraine nach. Das Mädchen Daryna, Protagonistin der ersten beiden Erzählungen, wächst in der sowjetischen Unterdrückung auf. In „Schwester, Schwester“ wird aus der Perspektive eines ungeborenen Kindes über die Tragik nicht-realisierter Lebensmöglichkeiten reflektiert. Ihre Schwester erzählt in „Die Mädchen“ über sexuelle Erfahrungen und verknüpft damit Genderfragen und soziale Rollenbildern in der sowjetischen und postsowjetischen Ukraine. Von einem Volksmärchen inspiriert ist „Die Schneeballflöte“. Eine solche wird zur Stimme der Gerechtigkeit in den seelischen Abgründen zweier Schwestern und verwirft dabei das Stereotyp von Schuld und Sühne. In „Ich. Milena“ löst sich die Identität einer zunehmend schizophrenen Fernsehmoderatorin in einem medialen Hyperraum auf.

Eine gute Geschichte ist für mich ein Roman. Genauer gesagt, die Knospe eines Romans mit winzigen Blütenblättern, die den Leser einladen, sie in ihrer Fantasie zu öffnen. Sie werfen einen Zauber aus Augenzwinkern und Hinweisen, sie drängen uns provokative Lücken und Schweigefiguren auf und lassen wichtige „Warum“ und „Wie kommt es“ unbeantwortet, eine Freiheit, die in einem Roman undenkbar ist.
Oksana Sabuschko im Interview mit Rosanna Warren, The Rumpus, 2020

Vielleicht kann nur jemand, der in abgehörten Wohnungen groß geworden ist, ein solches Gefühl der Unsicherheit verbreiten. Ein Netz von realen Toten, Leichen im Keller und geträumten Fragmenten.
Bernd Kempker, WDR, 2010

Sabuschko wechselt oft die Perspektive, es gibt keine eindeutige Erzählhaltung. Der Leser muss sich einlassen auf Bewusstseinsströme, innere Monologe und Traumwelten.
Evelyn Runge, Süddeutsche Zeitung, 2011

Ihre evokativen Geschichten bilden die Schnittstelle zwischen persönlichen und nationalen, politischen Themen, die in der gesamten Sammlung tief miteinander verwoben sind.
Kirkus Reviews, 2020

Oksana Sabuschko, die wichtigste ukrainische Autorin der Gegenwart, schreibt mit frappierender Offenheit aus einer alltäglichen Realität, die „zu viel Geschichte für einen Quadratmeter“ enthält. Vielseitig in Stil und Blickwinkeln bietet sie einen unterhaltsamen und anspruchsvollen Lesegenuss.