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8./9. Juni: KLAK bei LiteraTour Neukölln 2018 mit Peter Lachmann (Polen) und Kote Jandieri (Georgien)

Jeweils 19 Uhr gibt es bei KLAK in der Fabrik im Rahmen des LiteraTour-Festivals zwei besondere Buchpremieren: am 8.  Juni Kote Jandieri aus Georgien mit seinem Roman "Globalisierung. Eine georgische Erzählung", in Kooperation mit dem Georgischen Nationalen Buchzentrum, und am 9. Juni Peter Lachmann aus Polen mit "Wie ich (nicht) vertrieben wurde. Ein Schelmenessay".

Anfahrt: Sie finden den KLAK Verlag am Paul-Lincke-Ufer 44a, 2. Hinterhof, in der Fabrik, 2. OG rechts. Verkehrsgünstig erreichbar mit der U-Bahnlinie U1 und U8, Station Kottbuser Tor, 5 min. Fußweg.

Ein phantasievoll erzählter Crashkurs in georgischer Kultur und Geschichte und zugleich eine Parabel über die Globalisierung.

 

 

 

 

Ein Meisterstück georgischer Kurzprosa!

„Kennt ihr den Witz von dem Mann aus Kametschaantkari?“ So beginnt die Erzählung des betagten Mannes aus der Region Kachetien. Er fabuliert darüber, wie der Tumult der Welt und des ganzen Landes – vom Beginn der Sowjetzeit bis in die 1990er Jahre - die Bewohner eines kleinen Dorfes im Kaukasus ereilt. Warum es dort zwar nach Stalin und Kommunismus einen westlichen Supermarkt gibt, man jedoch nicht den berühmten georgischen Büffelkäse kaufen kann. Die Bewohner des Dorfes sind Überlebensjongleure, allen voran seine lebenspralle Schwester Anitschka, die am eigenen Leib erfährt, wie die Globalisierung neue Unfreiheit und Intoleranz generiert. Kurzum, alles, außer den Bergen des Kaukasus, hat sich verändert.

 

Kote Jandieri

geboren 1958 in Tbilissi. Der erfolgreiche Winzer begann nach einem Studium der Geographie und Geologie im Jahr 1980 seine künstlerische Laufbahn. In Kurzgeschichten sowie Dokumentar- und Spielfilmen bildet er die sozialen Dramen ab, die sich aus der wechselhaften georgischen Geschichte ergeben. Bisher sind zwei Sammlungen von Kurzgeschichten erschienen, die in Georgien Literaturpreise gewannen und teilweise in Mexiko, Aserbaidschan, Schweden, USA und Deutschland übersetzt wurden.

 

 

„Bei uns stößt man jeden Tag auf solche Schnarchbrüder, denen vor lauter Liegen schon die Glieder eingeschlafen sind und die sich überall kurz aufs Ohr legen: am Weinberg, im Kornfeld, im Hof, hinter der Amtsstube, im Schatten des Baggers, ganz zu schweigen vom Heuhaufen, einem Plätzchen unter dem Nussbaum oder der Pritsche auf dem Balkon. So ist unser Volk heutzutage!“

 

Das Werk verdient es, den Lesern auf der ganzen Welt bekannt zu werden.

M. Kharbedia, Radio Liberty

 

Kote Jandieri

Globalisierung. Eine georgische Geschichte

Aus dem Georgischen von Natia Mikeladze-Bachsoliani

15,00 Euro 

ISBN 978-3-943767-93-3

Mit furiosem Parlando pflügt und hüpft und schwebt Peter Lachmann über die Äcker der Erinnerung des großen und kleinen Welttheaters. Die messerscharfe Bilanz eines Intellektuellen zwischen dem Deutschen und dem Polnischen und seinen Verwicklungen, Verwirrungen und Verwerfungen aus den Jahren 1935-2018.

 

Ein Jahrhundert wird besichtigt. Der Held dieses Schelmenessay ist das sich erinnernde Gedächtnis selbst. Jenes des Peter (Piotr) Lachmann, das ein komplexes Leben und Werk in der Gänze seiner Jahre von 1935-2018 Revue passieren lässt.

Geboren vor dem deutschen Überfall auf Polen im damals deutschen Gleiwitz, nach dem Krieg nicht geflohen oder vertrieben wie viele seiner Landsleute, blieb er seiner Wahlheimat Polen bis heute treu. In schillernden Miniaturen erzählt er vom Leben in zwei Diktaturen, zwischen zwei Sprachen, seiner Kunst, seinen Freunden und Bekannten, der großen und kleinen Politik in und zwischen Polen und Deutschland. Und erschafft ein Zeitdokument ersten Ranges.

Höchst brisant wird das Buch dadurch, dass er die aktuellen Ereignisse und Verwerfungen in der polnischen Demokratie mit scharfer Zunge analysiert und quasi die Operation am offenen Herzen des demokratischen Gemeinwesen einzuordnen versucht – bis zum April 2018.

Wahrlich, dieser unverschämt freie, schelmische Geist, unmäßig kalauernd, wortspielerisch und sprachwandlerisch bereitet uns ein unbändiges Geistes- und Lesevergnügen.

 

 

Peter Lachmann

Peter Piotr Lachmann, geboren 1935 in Gleiwitz (heute Gliwice), deutsch-polnischer Lyriker, Essayist, Hörspielautor, Dramatiker, Videotheaterregisseur, Dokumentarfilmer und Übersetzer von etwa 40 Büchern ins Deutsche und Polnische. Für seine Übersetzungen erhielt er den Preis der New Yorker Jurzykowski-Stiftung und der Pariser „Kultura“. Mit Tadeusz Rózewicz drehte er ein Videotriptychon über dessen Leben. In Polen publizierte er „Sklaven der Freiheit“ (1983), „Das geringere Übel“ (1992), in Deutschland erschien „Polnisch leben“ (1968), T. Rozewicz „Vorbereitung zur Dichterlesung“ (1979), gemeinsam mit Renate Lachmann „Poesie der Welt: Polen“ (1987). Neben seiner Tätigkeit als künstlerischer Leiter des von ihm 1985 mitbegründeten Lothe Lachmann Videotheaters Poza (1992 auf dem Theaterfestival in Edinburgh mit dem Preis First Fringe ausgezeichnet), geht er den Spuren E.T.A. Hoffmanns in WaHrschau nach. Veröffentlichte u.a. den autobiographischen Essayband „Wywolane z pamieci“ (Olsztyn 1999), den polnischen Vortext des deutschen Schelmenessays „Wie ich (nicht) vertrieben wurde“. Herausgeber des Lesebuches "DurchFlug. E.T.A.Hoffmann in Schlesien" (Potsdam 2011). Zuletzt erschien eine Reihe seiner Gedichte in der Anthologie „Berlin ist auch eine schöne Gegend“ (Berlin 2016). Peter Lachmann lebt in Warschau und erhielt 2018 das Jahreskunststipendium der Stadt Warschau.

 

 

Peter Lachmann

Wie ich (nicht) vertrieben wurde

Ein Schelmenessay

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Herausgegeben von Małgorzata A. Bartula

Berlin: KLAK-Verlag, 2018, 576 S.

 ISBN Print: 978-3-943767-94-0

 19,90 Euro