Jerusalemtag/ Ruth Fruchtman bei KLAK in der Fabrik

Buchpremiere

23. September 2017 | 19:00 Uhr

Ruth Fruchtman

 

JERUSALEMTAG

 

Musik: Heiko Löchel (Klarinette)

 KLAK in der Fabrik

Paul-Lincke-Ufer 44a | 10999 Berlin

Inhalt

Juni 1967: Roma Kahn bringt in London ihren Sohn David zur Welt. Tausende Kilometer entfernt marschiert zur gleichen Zeit im Sechs-Tage-Krieg die israelische Armee in Ostjerusalem ein und besetzt die Altstadt. Die Folgen dieser in Israel als Jerusalemtag gefeierten Aktion prägen fortan die Lebenswege der Familie Kahn.

Jahrzehnte später blickt Roma zurück. Auf ihre Jahre in England und Deutschland, auf Beziehungen und Ereignisse, aus denen es kein Entrinnen gibt. Sie denkt nach über den Zionismus, der sie beeinflusst und verändert hat. Über ihre Familie in Israel und deren konträre Sichtweise auf die Palästinenser. Und über ihren Sohn David, der völlig eigene Wege geht. Die Begegnung mit der Holocaustüberlebenden Chaja Fejgel konfrontiert sie mit einer bisher undenkbaren Tat.

 

Wie ein Seismograph zeigt Ruth Fruchtman in ihrem neuen Roman Jerusalemtag ihre Meisterschaft, präzise und lebendig zu erzählen, wie Geschichte unser Leben und Lieben bestimmt.

Ruth Fruchtman

Die Schriftstellerin und Journalistin Ruth Fruchtman wurde in London geboren und studierte Germanistik an der Universität London. Nach mehreren Jahren in Frankreich lebt und arbeitet sie seit 1976 in Deutschland. Sie schreibt Erzählungen, Essays, Beiträge und Features für den Hörfunk, vor allem zur polnisch-jüdischen und palästinensisch-israelischen Thematik. Mehrere Stipendien, u. a. 1988-91 Förderstipendien des Berliner Senators für Kulturelle Angelegenheiten, 2001/02 in der Villa Decius in Kraków. Ihr Roman Krakowiak erschien 2013 im KLAK Verlag. 

 

Zitate

Als sie David aus ihrem Körper ins grelle Tageslicht herauspresst, erobert gerade das israelische Militär die Altstadt von Jerusalem. Roma, ermattet, wird zusammengenäht. Liegt auf der Pritsche, der junge Arzt beugt sich über sie. Erst später, als sie wieder im Bett liegt, erzählt ihr Ralf von den Zeitungen, vom Krieg. Die Westbank, der Sinai, das Wasser und heute Jerusalem.

 

Roma atmet auf. Ja, gewonnen, wir haben gewonnen. Und zugleich danach Unbehagen, das auch Ralf mit ihr teilt. Sie sieht, dass auch er es verspürt. Sie spricht ihn darauf an, er gibt es nickend zu. Was wird aus Israel, wenn die Sache sich jahrelang hinzieht, wenn keine Entscheidung getroffen wird? Was wird aus den Menschen, die dort leben?